Ich gewähre Gastrecht


21. September 2011

Der offene Umgang mit Krankheiten ist die einzige Möglichkeit, die Kromfohrländerzucht nicht ins offene Messer laufen zu lassen.

In den letzten Monaten vermehrt aktuell geworden ist das Thema „Cystinurie“.

Dies ist eine erbliche Stoffwechselstörung, es bilden sich Cystinkristalle in Blase, Niere und Harnröhre. Die Krankheit kann einen sehr raschen Verlauf nehmen und endet, falsch behandelt, tödlich.
Ein Hund, einmal an Cystinurie erkrankt, wird nie mehr gesund, braucht lebenslang Spezial-Futter und ist regelmässiger Gast beim Tierarzt.
Die Anfangssymptome ähneln der einer Blasenentzündung, fatal, wenn da die Alarmglocken nicht läuten und man an nicht Cystinurie denkt.

Nun befasst sich der „normale“ Kromfohrländerhalter vielleicht eben nicht täglich mit der Kromi-Zucht - eventuell hat er schon einmal entfernt etwas von den bekannteren vorkommenden Krankheiten (wie Epilepsie, Katarakt, Auto-Immunerkrankungen..) gehört.
Dass Cystinurie (die bei den Irish Terriern bekannt ist) auch bei den Kromis vorkommt, ist erst im Laufe diesen Jahres bekannt geworden.

Auf verschiedenen websites ist zwar darüber einiges zu lesen, aber der Grossteil der Kromi-Besitzer wird noch nicht viel darüber wissen.

Deswegen ist eine Aufklärung ganz wichtig. Die Züchter stehen ganz speziell in der Verantwortung.
Cystinurie ist eine erbliche Krankheit; mit Hunden, in deren Linie Cystinurie auftritt, sollte nur nach einem bestandenen COLA-Test gezüchtet werden.
Der Erbgang ist noch nicht wissenschaftlich belegt.

Man sollte meinen, dass der Informationsfluss in Züchterkreisen funktionieren sollte, denn ein Hund mit der Diagnose Cystinurie steht nicht alleine da.
Das hat Folgen sowohl für Mutter- und Vatertiere, als auch für die Geschwister.
Transparenz ist hier alles, will man vermeiden, dass sich Cystinurie auch weiterhin ausbreitet.
Im mir bekannten Fall entkam ein junger Kromi-Rüde nur knapp dem Tod, mit einer Not-OP konnte sein Leben gerettet werden.
Die Hundehalter informierten die Zuchtstätte über seine gesundheitliche Situation und erwähnten auch die Steine in der Blase.
Korrekterweise hätten die Züchter nachhaken müssen, dies wurde leider unterlassen.
Die Besitzer des Deckrüden dieses Wurfes wurden nicht informiert. Da dieser aber schon weitere Nachkommen hat, ist es auch für die Rüdenhalter extrem wichtig, zu wissen, dass ein Nachkomme ihres Rüden Cystinurie hat. Und auch die Halbgeschwister dieses Rüden müssen informiert werden.

Zum Glück wurde der Krankheitsfall aber doch noch bekannt, leider erst ein halbes Jahr später...Aber die Deckrüdenbesitzer wurden sofort aktiv und informierten umgehend die Nachkommen ihres Rüden.
Hätten sie das nicht getan, so würden weiterhin Hunde in die Zucht gehen, die potentiell Trägertiere für Cystinurie sind und die Krankheit würde noch weiter gestreut. So bleibt zu hoffen, dass alle Hunde aus dieser Linie vor einem Zuchteinsatz den COLA-Test machen. Solange der Rassezuchtverein keine verbindlichen Vorgaben macht, steht jeder Züchter in der Eigenverantwortung punkto Test.

Verantwortungsbewusst gehandelt hat die Familie des Deckrüden, sie informierten umgehend. Mir unverständlich ist die Reaktion der Zuchtstätte des betroffenen Hundes.
Mit so einem Verhalten ist Tür und Tor offen für eine weitere Krankheit, die sich bei den Kromis manifestieren kann.


Wichtig ist zu wissen:


Bei einem Hund, wo man keine Schlüsse aus der Verwandtschaft ziehen kann, sagt der COLA-Test lediglich aus: derzeit ohne Befund...
Träger kann der Hund aber trotzdem sein..

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