Ich gewähre Gastrecht


23. Mai 2011

Es gibt sie, die verantwortungsbewussten Züchter!
Und sie leisten grosse Arbeit!

Wo Licht ist, ist auch Schatten, es gibt auch die andere Seite, und treten dann gehäuft solche Beispiele auf wie unten beschrieben, da sitzt man dann schon ein wenig irritiert im Sessel und braucht einen starken Kaffee…


Anbei drei Negativbeispiel, alle etwa im selben Zeitraum erlebt…


Ein Bekannter stellt mir jemanden vor, der mir berichtet, dass voller Freude auf einen Kromi-Welpen gewartet wird. Ich frage, wie er sich denn über die Rasse informiert habe – er hätte einen Kromi in natura gesehen und habe sich sofort in diese Rasse verliebt und via Züchterliste hätte er schnell eine Zuchtstätte gefunden.
Ich frage, was ihm denn der Züchter über die gesundheitliche Situation bei den Kromis erzählt habe. Grosse Augen gibt’s…
Epilepsie hätte er wohl angesprochen, das hätte man aber dank den Epi-Listen im Griff! Und sonst? Sonst? Nichts, wieso, ist da noch was?

Der betreffende Zwinger hat in den letzten Würfen AI gebracht, der Züchter weiss wohl, wovon er „nicht“ spricht. Die Zuchthündin kommt genau aus der Linie, die bereits erkrankte Hunde gebracht hat…
Vater- und Mutterlinie sind stark belastet.
Die Aussage, er züchte nur mit gesunden Hunden mit gesunder Verwandtschaft ist nachweislich falsch.
Der Interessent wird da trotzdem einen Hund kaufen, er hofft auf das Glück...

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Auch eine Zufallsbekanntschaft im Internet:
2fache Kromibesitzerin, 1. Generation und 2. Generation.
Und beide Hunde sind sehr stark belastet in der Verwandtschaft, es finden sich bei beiden Auto-Immun-Erkrankungen, sowohl die 1. Generation hat nachweislich AI-Geschwister, auch der Hund der 2. Generation trägt dieses Schicksal.
Die Kromi-Besitzerin will von diesem Sachverhalt allerdings nichts wissen, es komme kein AI in der Verwandtschaft vor, bei beiden Hunden nicht.
Das könne gar nicht sein.
Und beim Hund der 2. Generation sei das ein Impfschaden, die Besitzer seien selbst schuld am kranken und toten Hund.
Und ja, natürlich lassen sie ihren Hund weiter in der Zucht, der Rest gehe sie ja nichts an und ihre Hunde seien ja gesund.
Und ein bisschen Glück brauche es ja…

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Eine verantwortungsbewusste Kromihalterin macht sich darüber Gedanken, ihre Hündin anzukören.
Sie berät sich mit offiziellen Stellen und auch mit langjährigen Züchtern.
Der Vater der Hündin hat eine ernste Erkrankung, die Mutterlinie steckt nebst anderem voller AI-Fälle.
Die Krankheitsdaten werden ihr sehr offen dargelegt.
Sie erkennt, dass eine reinrassige Zucht mit einer derart belasteten Hündin nicht verantwortbar ist. Ein Jammer, denn ihre Hündin ist bildhübsch und toll im Wesen.
Sie fragt auch bei der IGRK an, die rät ab, die Hündin zu belegen, die Gefahr kranker Welpen ist einfach zu gross, sogar mit einer „gemischten Verpaarung“.
So wird der schmerzhafte Entschluss gefasst, das Thema Zucht mit dieser Hündin zu begraben.
Chapeau vor diesem verantwortungsvollem Entscheid der Kromi-Besitzerin!
Gleichzeitig wird die Schwester dieser Hündin (sie verblieb in der Zuchtstätte) angekört und geht künftig in die Zucht, ohne Bedenken der Züchter, die anscheinend mit so einem Risiko gut leben können.



In meinen Augen ist die reinrassige Zucht von Kromfohrländern derzeit nicht zu verantworten, hat man dann noch Kenntnis von solchen „Zuchtlenkungen“, schwindet das letzte bisschen Hoffnung dann auch noch…

Und nein, ich rede die Rasse nicht schlecht. Kromfohrländer sind für mich die absoluten Traumhunde, genau deswegen ist es mir wichtig, dass es sie auch in 20 oder 50 Jahren noch gibt. Und genau darum muss man hinschauen, auch wenn's weh tut.

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