Ich gewähre Gastrecht


 

Es fallen sehr wenige Kromi-Würfe, hier in der Schweiz sowieso, und es gibt Wartelisten und Bewerbungen en masse...das ist die eine Seite...aber, nicht nur der Züchter darf sich den Käufer aussuchen, auch umgekehrt wird ein Schuh daraus.
Finde ich jedenfalls.

Relativ schnell merkte ich, dass die Rasse der Kromfohrländer nicht als "gesund" bezeichnet werden kann.

Auch wenn dies heute immer noch von vielen so bestritten wird.
Ja, viele Rassen haben ihre Krankheiten drin, aber davon wird der Kromi auch nicht gesünder. Dieser Vergleich nützt gar nichts.
Bedingt durch den hohen Inzuchtkoeffizienten ist der Genpool so beschränkt, dass die Zucht der reinrassigen Kromis eine echte Zitterpartie ist...

Ich las von Epilepsie, Katarakt, Corny feet und von diesem AI, Automimmunerkrankungen in diversen Formen und Schweregraden...

Bei der Suche nach Antworten auf meine vielen Fragen halfen mir viele private Websiten und auch das eine von zwei Foren. Schwierig wurde die Diskussion meist dann, wenn es um die Krankheiten ging, da wurden oft schnell die Türen zugemacht. Wie wenn sich die Hundebesitzer für ihre kranken Hunde schämen müssten...

Dabei wäre Transparenz und Aufklärung so wichtig... nun, ich hatte hohe Ansprüche an die Zuchtstätte meines zukünftigen Hundes...

Grosses Hunde-, resp. Kromfohrländerwissen, hohes Engagement, Aufzucht innerhalb einer Familie mit Kindern und Katzen, offener Umgang mit kritischen Fragen und vor allem: Antworten!, und eine "Nachbetreuung" nach dem Kauf, ein Interesse an den eigenen Hunden und an ihrem Leben...

Viele Züchter haben eigene websiten, die waren sehr hilfreich bei der Suche nach einem Welpen.
Logischerweise fing ich erstmal hier in der Schweiz an, das war allerdings sehr ernüchternd.

Einer der grossen Zwinger hier würde den nächsten Wurf im Sommer haben, ich hatte zwei lange Gespräche bei der Züchterin und nach all meinem Wissen aus meinen Recherchen musste ich nach reiflicher Ueberlegung dann dort anrufen und mich zwar für die Welpenzusage bedanken, aber meinen Verzicht erklären.
Ich kann doch nicht bewusst einen Hund nehmen, wo ich weiss, dass schon die und die Krankheiten in der Familie liegen, wo die Züchterin selbst über das hohe Risiko weiss und trotzdem auf Glück hofft...

Auch bei der zweiten Zuchtstätte war ich ernüchtert, ich wurde zwar für einen Besuch eingeladen, musste aber feststellen, dass diese Hündin eine Schwester war aus der ersten Zuchtstätte, also wärs aufs gleiche rausgekommen. Auch hier sagte ich ab...

Ich fragte dann beim Verband in Deutschland nach der Züchterliste an, denn es war klar, in der Schweiz werde ich nicht fündig. nach vielen Telefonaten war ich doch ziemlich überrascht...

Es gab Züchter, die offen sagten, Epi-Listen würden sie gar nicht kennen. Einige sagten, die Verpaarung selber hätten sie nicht überprüft, ihnen sei dazu geraten worden.
Das Wesen der Zuchthunde war immer formidabel, jeder Deckrüde war schmusig und nett...
Einige wollten mir nicht mal sagen, welcher Deckrüde gewählt wurde. Wozu wollen Sie das wissen? kam erschreckt...

Einige sagten offen, sie hätten eine Warteliste und es werde streng nach Nummer selektiert, ich müsse einfach warten, wer zuerst anrufe, kriege zuerst einen Welpen, egal, ob das jetzt ein super Platz sei oder nur ein guter, es müsse ja Ordnung herrschen.

Ein Züchter wollte von mir eine schriftliche Bewerbung mit Photo, auch des Hauses plus einer Angabe unseres monatlichen Einkommens...

Auf Krankheiten ihres Zwingers angesprochen, sagte mir keiner!!! wir hatten die und die Fälle. Alle Hunde waren ausnahmslos gesund, sämtliche Nachkommen bis ins hohe Alter fit... komisch, wo werden denn die zahlreichen kranken Kromis versteckt gehalten?

Mittlerweile wars März 2007 und die mehrmonatige Suche nach einem Kromfohrländer war zwar schon lang, hatte aber noch immer keine Früchte getragen.
Mein Vertrauen in die offiziellen Verbände war so ziemlich am Nullpunkt, alles, was mir wichtig war, hatte ich nicht gefunden...und ich hatte an die 30 Telefonate geführt und viele Leute per mail kontaktiert...

Ich hatte meine guten Geister, die ich kromispezifisch immer fragen konnte, Leute, die schon länger Kromis halten, kritisch sind, hinterfragen und offen mit den Problemen der Rasse umgehen. Die wussten, welche Linien belastet waren und die mir auf viele Fragen (und es waren viele!) immer wieder geduldig Antworten schrieben.

Ich kriegte den Tip, mal in Stuttgart anzurufen und ich hatte mein erstes Aha-Erlebnis. Es geht also doch!

Die Züchterin vom Monte Cer Bellino beantwortete alle meine Fragen sehr freundlich und ausführlich. Ich hatte das erste Mal das Gefühl, ja, also, geht doch! Man kann Kromfohrländer züchten und die Augen nicht zumachen. Die Züchterin hatte sich vom offiziellen Verband abgewendet und war Gründungsmitglied der IGRK. Der C-Wurf war für die nächsten Tage geplant, für uns zu schnell, denn wir hatten noch Sommerferien gebucht und unser Hund sollte erst nach Juli einziehen.

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